Da hat Park Chan-wook sich ja etwas abgefahrenes ausgedacht. Er erzählt die Geschichte einer jungen Frau die in schwierigen Familienverhältnissen ihren eigenen Weg gefunden hat damit umzugehen. Lässt man sich auf diese Perspektive ein so erhält man einen Einblick in die Psyche von nicht ganz normalen Menschen. Leider ist das Ende so unkonventionell das ich nicht viel damit anfangen kann, könnte evtl. an der Kultur liegen. Bis dahin aber sehr amüsant. Ich hoffe der Artikel ist so wirr geschrieben das er dem Film gerecht wird :)
Ein jeder hat sich bestimmt schon einmal gefragt wie andere die Realität auffassen. Spätestens beim Träumen bemerkt man zu welchen Leistungen das eigene Gehirn fähig ist. Natürlich weiß man welche Vorstellungen Fiktion sind, aber manchen Menschen fehlt diese Gabe. Genau mit diesen Menschen beschäftigt sich I’m a Cyborg, But That’s OK.
Erzogene Realität

Die ganze Familie der Hauptdarstellerin Young-goon (Lim Soo-jung) hat eine Klatsche Weg. Die Großmutter glaubt eine Maus zu sein und ernährt sich den ganzen Tag von Rettich, die Mutter steht auf Rinderinnereien und Young-goon glaubt eben ein Cyborg zu sein. Leider weiß sie noch nicht so genau wofür sie gebaut wurde. Natürlich gibt es bestimmte Krankheiten die erblich sind und soweit ich weiß gehört dazu bspw. Schizophrenie. Bei Young-goon resultiert ihre Psychose meiner Meinung nach aus der Erziehung.
Gestohlene Geisteskrankheit

Naja da Young-goon glaubt ein Cyborg zu sein und ein Cyborg natürlich Energie braucht versucht sie sich an einer Steckdose aufzuladen. Interessant ist das alle Akteure nach einer nachvollziehbaren Logik handeln. Ihr Problem ist nicht das sie die Welt nicht verstehen würden sondern das sie die Regeln sehr genau auslegen. Das kommt nicht von irgendwo her sondern ist eine angelernte Fehlauffassung von sozialer Realität. Daraus ergibt sich eine Ordnung die eben nicht ganz so normal ist. Trifft diese Logik auf eine krankhaft Verzerrt Wahrnehmung entstehen Psychosen wie sie in I’m a Cyborg, But That’s OK genial dargestellt sind.
Der Sinn folgt dem Verstand

Ein Haus, ein Kind, ein Baum, der Oma die Dritten zurück geben oder Mitglied im deutschen Alpenchor werden. Die einen wollen das friedliche Familienleben die anderen die Pfleger umbringen welche die Großmutter ins Heim verfrachtet haben. Diese Lebensziele scheinen für den Außenstehenden nicht gleichwertig zu sein. Für Young-goon bestimmt die Sinnsuche genauso wie für normale Menschen das Leben mit dem Unterschied das sie den Weg bewusster beschreitet. Sie richtet ihr Leben nach genauen Handlungsanweisungen um als Cyborg ihre Oma zu rächen. Dabei spielen Mitgefühl, Träumerei, Dankbarkeit oder auch andere menschliche Handlungsweisen wie das Essen eine untergeordnete Rolle. Leider findet sie keine richtige Antwort auf die Frage des Lebens dafür aber ähnlich denkende Menschen, zumindest glaube ich das.