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Alexander Heimbuch

The Road

Alexander Heimbuch

Fariy Tale gone bad good

Die Welt

Der Film “The Road”, der auf dem gleichnamigen Buch von Cormac McCarthy basiert, entführt den Zuschauer in eine postapokalyptische Welt, welche wie immer normativ verfallen ist. Dieses ethische Dilemma ist das zentrale Thema des Streifens, allerdings wird es nicht wie so oft Dichothom dargestellt. Kurzum es gibt kein reines “gut” oder “böse” bzw. “schwarz” oder “weiß”. Vielmehr ist es dem Beobachter überlassen sich seinen eigenen Grauton zu bilden.

Als Hauptdarsteller verkörpern Viggo Mortensen den Vater und Kodi Smit-McPhee das Kind. Diese beiden Akteure verfolgen in der zerstörten Welt einen Weg der Richtung Süden führt. Warum sie dorthin wollen oder weshalb die Welt verfallen ist wird nicht geklärt. Das spart viel Zeit die in die Beziehung zwischen Vater und Sohn investiert werden kann. Diese besondere Partnerschaft wird immer von der dunklen Realität überschattet.

Der Fokus auf die beiden Aktuere wird nur selten durch Erinnerungen des Vaters durchbrochen. Aber auch diese helfen nicht sonderlich die Geschehnisse der Umwelt zeitlich zu ordnen. Die “Detailarmut” geht sogar soweit das die Akteure keine richtigen Namen besitzen und sorgt, zumidest bei mir, für Verwirrung.

Das Ende des Films lässt sich von Anfang an erahnen aber auch hier schafft es John Hillcoat den Zuschauer in Unklarheit und Ungewissheit zu lassen. Wenn ihr den Schluss seht werdet ihr wissen was ich meine.

Im Fazit lässt sich sagen das “The Road” für Leute geeignet ist die auf extreme Filme stehen und kein Happy End brauchen. Bemerkenswert ist die nicht massen taugliche Härte in der die desaströse Vater-Sohn Beziehung mit allen Konsequenzen dargestellt wird. Bemerkenswert verstörend.

Das ethische Dilemma

Zunächst versuche ich erstmal das zentrale Thema des Filmes aus meiner Sicht abzubilden. Die Ethik in “The Road” sollte auf mehreren Ebenen betrachtet werden und ist klar von der Sichtweise des Erzählers, also dem Vater, geprägt.

Da ist erstmal die gesellschaftliche Ebene: Da keine Gesellschaft an sich existiert gibt es auch keine normativen Vorschriften. Vielmehr herrscht das Gesetz des Stärkeren, Angst und Terror, das wertlose Leben. In ihrer Verzweiflung werden die Menschen zu Kannibalen, begehen Suizid. Die Verrohung der Gesellschaft ist die Folge.

Mann und Junge

Dementsprechend folgt auch augenscheinlich die Individualethik: Es herrscht Misstrauen, Verfolgungswahn und Missgunst. Das eigene Überleben erdrückt jeden Sinn für Menschlichkeit. Trotzdem verfolgt der Vater seine alten moralischen Werte und versucht diese seinem Kind beizubringen. Im Angesicht der Not verrät aber auch er seine selbstgesteckten Werte.

Diese Individualethik führt zu Zersplitterung der Menschheit in kleine Gruppen. Obwohl der Großteil der Zeit damit verbracht wird die Dialoge zwischen Vater/Sohn und Mutter zu zeigen wird deutlich, dass auch noch andere Menschen dem selben Schicksal folgen. Aber der Verfolgungswahn macht den Vater Blind. Er erkennt nicht das sein Versuch sein Kind zu schützen und kein Risiko einzugehen dessen Überlebenschancen drastisch reduzieren. Erst als der Vater stirbt scheint die Möglichkeit für den Sohn sich neuen sozialen Kontakten zu öffnen.

Das Kind stellt die reinen, scheinbar natürlich angeborene, Wertvorstellungen dar. Obwohl es in einer sehr lebensfeindlichen Welt aufwächst und die ethischen Ansprüche des Vaters verinnerlicht scheint es einen natürliches Empfinden für Recht und Unrecht zu haben. Dabei geht das Kind in seinen Entscheidungen keine Kompromisse wie der Vater ein. Es stellt den eigenen Überlebensinstinkt zurück und versucht neue Kontakte zu knüpfen. Fraglich ist ob dieses Verhalten nur aus mangelnder Erfahrung herrührt oder sich die Ansichten trotz der feindlichen Umwelt ausgebildet haben. Vielleicht begünstigt auch die Unvoreingenommenheit die Wertbildung. Schwer zu beurteilen und wahrscheinlich vielseitiger als hier dargestellt. Ob dieses Wertgebilde den Sohn am Ende, nach dem Tod des Vaters, evtl. das Leben kostet bleibt offen, das ungute Gefühl mit fremden Menschen mitzugehen, die ihnen die ganze Zeit gefolgt sind, bleibt.

Der Wert des Lebens

Familie

Wie verzweifelt die Weltsituation ist lässt sich anhand der Mutter (Charlize Theron), die lediglich in Erinnerungen eine Rolle spielt, erkennen. Wieviel Aussichtslosigkeit muss ein Mensch empfinden um Suizid als Lösung anzusehen? Diese Frage wird in “The Road” noch verschärft indem über das Leben des gemeinsamen Kindes entschieden wird. Aus der Sicht des Betrachters und in Relation zu seinem Weltbild ist es eine Frage der Verantwortung. Da aber die Umweltbedingungen anscheinend so schlecht sind, dass die Mutter gegen den Willen ihres Ehepartners und mit dem Wissen den gemeinsamen Sohn zurükzulassen sich für den Suizid entscheidet stellt sich während des Filmes eine andere Frage: Wäre es die richtige Entscheidung gewesen? Wie viel Wert hat ein Menschenleben ohne Menschlichkeit?

Wieder wird der Zuschauer in ein moralisches Dilemma geführt, welches bis zum Schluss nicht gelöst wird. Auch sollte der Gedanke in Betracht gezogen werden das der Vater aus Selbstnutzen gehandelt hat als er sich gegen die Entscheidung seiner Frau gestellt hat. Ich würde sogar soweit gehen das er das Kind als Scheingrund für seine Feigheit verwendet sein Leben nicht auf ähnliche Weise zu beenden.

Marlis Artikel zu The Road



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